Aus religiöser Sicht:
“Nach dem Tod meiner Mutter hatte ich das Gefühl, in die Heilkräuterkunde hineingedrängt zu werden. Allmählich
wuchs ich mit einem sicheren Gefühl in die Heilkräuter aus der Apotheke Gottes hinein. Es war, als ob mich eine höhere Macht lenken, und vor allem die Gottesmutter mir den sicheren Weg weisen würde. Seither bin ich bestrebt, die Menschen nicht nur auf Heilkräuter und ihre verborgenen Kräfte hinzuweisen, sondern vor allem auf die Allmacht des Schöpfers, in dessen Händen unser Leben geborgen liegt und der es bestimmt. Bei IHM suchen wir Hilfe und Trost, in schwerer Krankheit demütig und andächtig Kräuter aus seiner Apotheke”.
Maria Treben, berufene Kräuterkundige
Aus esoterischer Sicht:
Seit alter Zeit wußten die wahren Kräuterkundigen, daß selbst die einfachsten gewöhnlichen Kräuter (heute sog. “Unkräuter”) ihren Wert haben und daß schon eine Handvoll davon genügt, um sämtliche Leiden zu heilen. Wesentlich dabei
ist, die Pflanzen durch und durch zu kennen, sie nicht nur als Behälter chemischer Wirkstoffe zu betrachten, sondern als Persönlichkeiten im eigenen Wesen und einer eigenen langen Geschichte. Wenn wir die Pflanzen - wie es früher
noch war - als Heiler, Ernährer, Wohltäter, Götter und Dämonen anschauen, erkennen wir auch, daß Pflanzen eine Seele haben, einen eigenen
Charakter, eine Persönlichkeit, die uns sehr viel mehr beeinflussen kann, als wir es wahrhaben wollen.
Dr. Wolf-Dieter Storl, Kultur-Anthropologe
Aus wissenschaftlicher Sicht:
Was die Entwicklungsgeschichte der (Heil-) Kräuter betrifft, so stehen diese am Schluß der
pflanzlichen Evolution. Im natürlichen System der Pflanzen haben sie sich im Laufe von 3 Milliarden Jahren aus hierarchisch niederen Sippen wie Algen, Pilzen und Flechten über die Moose und Farne zu den eigentlichen Blütenpflanzen hochentwickelt. Obwohl in dieser Gruppe die zweikeimblättrigen Kräuter und Holzpflanzen nicht weniger als 80 % des Pflanzenreiches insgesamt ausmachen, sind gerade sie kaum wissenschaftlich erforscht. Von den 3.300 Pflanzenarten Deutschlands fallen etwa 2.600 auf die Gruppe der Kräuter! Da dieser enorme Gen-Pool ein riesiges Potential an medizinisch verwertbaren Wirkstoffen in sich birgt, wird klar, wie eminent wichtig der Erhalt der Artenvielfalt für die weitere Existenz des Menschen ist. – Ein kleines Beispiel: Kräuter sind viel reicher an Mineralstoffen als Gräser. Im Vergleich zu diesen enthalten sie das 2,6-Fache an Kalium, das 2-Fache an Phosphor, das 1,8-Fache an Calcium und das 1,7-Fache an Magnesium.
Dr. Gottfried Briemle, Ökologe und Theosoph

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