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Begriffsklärung:
1. Extensivgrünland (arten- und blütenreiches Grünland)
mit einer Biomasse-Produktion von etwa 60 Doppelzentner Trockenmasse pro Hektar (dt TM/ha) bei jährlich 2 Nutzungen (Schnitten).
Achtung: 1. Schnitt nicht vor Mittel Juni
Unter Extensivgrünland bzw.
artenreichem Grünland sind vorwiegend 1-3-schürige Heu- und Öhmdwiesen zu verstehen. Es gehören aber auch langjährig extensiv bewirtschaftete Weiden in Höhenlagen dazu. Solches Grünland wird
standortgerecht genutzt und erfährt nur eine teilweise Rückführung der Nährstoffe über Wirtschaftsdünger (Stallmist, Jauche, Gülle). Die Pflanzenbestände weisen einen mittleren Futterwert auf und nehmen auch hinsichtlich des Arteninventars
eine Mittelstellung zwischen dem Wirtschafts- und dem Biotopgrünland ein. Die Anzahl der Pflanzenarten ist mit 30 bis 45 pro 25 m² Referenzfläche
vergleichsweise hoch und die Aspekte sind blütenbunt. Bezüglich der floristischen und faunistischen Biodiversität wird dieser Typ nur noch vom Biotopgrünland
übertroffen. In die Kategorie "Extensivgrünland" gehören auch die beiden mesophilen Wiesenformen "magere Flachland-Mähwiese" (FFH-Code 6510) und
"Berg-Mähwiese" (FFH-Code 6520) nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) der Europäischen Gemeinschaft.
Extensivgrünland darf jedoch nicht mit "extensiviertem Grünland" gleichgesetzt
oder verwechselt werden, das sich durch Reduzierung von Nutzungshäufigkeit und Düngung aus artenarmem Wirtschaftsgrünland heraus entwickelte, in der Regel aber (noch) nicht den besagten bioökologischen Wert besitzt.
2. Biotopgrünland (Magerrasen)
mit einer Biomasse-Produktion von etwa 30 Doppelzentner Trockenmasse pro Hektar (dt TM/ha) bei jährlich nur 1 Schnitt im Hochsommer oder Herbst.
"Biotopgrünland" ist ein Sammelbegriff für Grünland, das nicht (mehr) primär der landwirtschaftlichen Futter- oder Streugewinnung (sog. Streuwiese, nicht zu
verwechseln mit der sog. Streu-Obstwiesen) dient. Dabei handelt es sich um Magerwiesen oder -weiden extremer Standortverhältnisse auf denen die allgemeine Nährstoffverfügbarkeit entweder wegen zu trockenen oder zu nassen
Bodens gering ist. Beispiele: Halbtrockenrasen und Kleinseggenwiesen). Die Größenordnung der natürlichen Biomasse-Produktion liegt auf Magerrasen-Niveau
und damit unter 35 dt TM/ha. Die Pflanzengesellschaft stellt das artenreichste Ökosystem Mitteleuropas dar: Auf 25 m² Referenzfläche kommen bis zu 70 Gefäßpflanzenarten vor. Diese Vielfalt wird in keinem anderen Biotop-Typ
erreicht! Biotopgrünland steht entweder seit langem unter Naturschutz (z.B. Wacholderheiden, Pfeifengras-Streuwiesen) oder die Landwirte pflegen die Flächen im Auftrag der Naturschutzverwaltung
3. Intensivgrünland (Wirtschaftsgrünland)
mit einer Ertragserwartung von 120 dt TM/ha bei 5 Nutzungen.
Unter Wirtschaftsgrünland wird ein Grünlandtyp verstanden, der so stark genutzt wird, dass sich die Erzeugung von Grundfutter für die Milchviehhaltung – in Konkurrenz zu Silomais – ökonomisch noch lohnt. Die Häufigkeit liegt je nach
Naturraum und Standortverhältnissen zwischen 3 und 6 Nutzungen pro Jahr (als Schnitt, Weide oder Mähweide). Die dem Boden entzogenen Nährstoffe werden bei landschaftsökologisch verträglicher Nutzungsweise fast ausschließlich
über Hofdung (Wirtschaftsdünger), überwiegend als Gülle zurückgeführt. Die Ertragserwartung liegt zwischen 80 und 120 dt TM/ha, die Qualität des Futters zwischen 5,0 und 6,0 MJ NEL/kg TM. Die Anzahl der Pflanzenarten ist mit 15 bis
20 pro 25 m² Referenzfläche vergleichsweise gering.
Mit der Einführung der Grünlandprämie in der EU ab dem 1. Januar 2005 im Zuge der Agrarreform kann jeder Bewirtschafter von Grünlandflächen einen
Prämienanspruch geltend machen. Bis zum Jahr 2013 setzt sich der Prämienanspruch aus zwei Bestandteilen zusammen: Dem Flächenanteil und dem betriebsspezifischen Zuschlag. Ab 2013 wird es nach heutigem
Planungsstand nur noch eine reine Flächenprämie geben. Die Grünlandprämie beträgt zurzeit ( Stand: 05/2006) etwa 100 Euro / ha / Jahr Grünland.
Sonstige Begriffe aus der Landschaftsökologie
Der Begriff Ökologie leitet sich von den griechischen Worten oikos (Haus) und logos (Lehre) her. Dementsprechend ist Ökologie die Wissenschaft vom Haushalt der Natur.
Die Ökologie war ursprünglich ein Teilgebiet der Biologie, welches sich mit den Wechselbeziehungen zwischen Organismen und ihrer natürlichen Mitwelt beschäftigt. Gleichbedeutend ist der Begriff Bio-Ökologie. Mit einem wachsenden
Umwelt-Bewusstsein in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich der Begriff weit über den engen Rahmen der Biologie hinaus. Ökologische Erkenntnisse werden seitdem zunehmend auf gesellschaftliche Bereiche übertragen.
Die Landschaftsökologie im Speziellen beschäftigt sich mit dem Wirkungsgefüge abiotischer und biotischer Teile der Natur und deren Umwelt.
Diese ursprünglich vom Geographen Carl Troll begründete Wissenschaftsdisziplin
bildet damit eine Schnittstelle der Wissenschaften Geographie und Biologie (siehe auch Bio-Geographie) sowie der angewandten Fachgebiete Naturschutz und Landschaftspflege.
Die Grünlandökologie wiederum beschäftigt sich mit dem komplizierten
Wirkungsgefüge anthropo-zoogener Lebensräume in ihrer Beziehung zu Standort, Mesoklima, Vegetation und Bewirtschaftungsintensität durch den Menschen.
Hier das Standardwerk zum Thema Blumenwiesen und Extensivgrünland:
BRIEMLE, G. & C. FINK 1993: Wiesen, Weiden und anderes Grünland. Biotope erkennen, bestimmen, schützen. - Biotop-Bestimmungs-Bücher, Bd.1 (Hrsg.: H.
Hutter); Weitbrecht-Verlag, Stuttgart, 153 S. (ISBN: 3-7776-1190-5).
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